V-6 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als eigener Abschnitt im neuen Grundsatzprogramm der Partei

  1. Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Die gegenwärtige Bildung bereitet Menschen erst in Ansätzen auf aktuelle und kommende Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung vor. Eine transformativ angelegte Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist dringend notwendig. Die entsprechende pädagogische sowie demokratische Herausforderung wird offenkundig angesichts wachsender Erschöpfung endlicher natürlicher Ressourcen, einer wachsenden Belastung einzelner Menschen wie sozialer Systeme, und ist in Zeiten weltwirtschaftlicher Instabilitäten sowie schärfer hervortretenden Konflikten innerhalb unserer Gesellschaft und zwischen Staaten immer dringender geboten.

 

  1. Die von der UNESCO definierte „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) hat das Ziel, die Menschen zu befähigen, sich aktiv an der Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Gesellschaft zu beteiligen. Dabei sollen globale und zeitliche Aspekte berücksichtigt werden. Zu dieser Form der Zukunftsbildung gehört eine entsprechende Interdisziplinarität. Die Ausbildung eines stärkeren Vernetzungsdenkens, das kurz- und langfristige Zusammenhänge von Natur, Gesellschaft und Wirtschaftsweise erkennt und respektiert, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Gleichzeitig sollte das Wissen, das dabei vermittelt wird, den Lernenden helfen, Selbstwirksamkeit zu erfahren sowie individuell und gemeinschaftlich nachhaltige Gestaltungs- und Handlungsoptionen zu bestimmen und umzusetzen. Mit der „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (BNE) sollen die Kompetenzen (Wissen, Fähigkeiten, Werte, Einstellungen, Bereitschaft usw.) erreicht werden, sich – innerhalb eines partizipativen Prozesses – für eine nachhaltige Entwicklung (global und im eigenen Lebensumfeld) einsetzen zu können. Die im Rahmen des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ 2014-2019 angestoßenen Prozesse (Nationaler Aktionsplan BNE, Konzepte einiger Bundesländer, kommunale Programme sowie begonnene Implementation in Fachlehrpläne und Ausbildungsordnungen) gilt es zu verstetigen und weiterzuentwickeln.

 

  1. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist eine Aufgabe entlang der gesamten Bildungskette (elementare Bildung, Primarstufe, Sekundarstufen inklusive beruflicher Bildung, tertiärer Bereich, also Hochschule und Erwachsenenbildung) und wäre somit für alle pädagogischen Konzepte und damit für alle Schulfächer, Ausbildungsberufe und Studiengänge ein zentrales Leitbild zur Gestaltung des pädagogischen Angebots. Dies gilt gleichermaßen für staatliche wie kommunale und zivilgesellschaftliche Bildungsträger und für die Vernetzung von schulischer und außerschulischer Bildung. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) würde auch in fachübergreifenden Bildungskonzepten wie „Kulturelle Bildung“, „Umweltbildung“ „Globales Lernen“, „Friedenserziehung“, „Demokratiepädagogik“ usw. für die Ausgestaltung der Bildungsangebote entsprechend berücksichtigt werden müssen.

 

  1. Die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der UN (Sustainable Development Goals – SDGs) sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung sind Kern der Programmatik unserer grünen Partei. Das sollte kommunal sowie auf Länder- und Bundesebene deutlich werden.
Begründung: Mit Beschluss vom Juni 2014 hat die LDK NRW festgelegt, dass „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) eine tragende Säule des GRÜNEN politischen Selbstverständnisses darstellt. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal GRÜNER Politik. Die Idee der nachhaltigen Entwicklung zieht sich als roter Faden durch alle politischen Themen. Auch im Bildungsbereich muss „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) stärker als bisher berücksichtigt und noch konsequenter politisch umgesetzt werden. Ohne Bildungsprozesse, die auf die SDGs bezogen sind, ist der sozial-ökologische Wandel nicht zu realisieren.   Zukünftige Generationen sollen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben wie wir heute. Deshalb ist eine nachhaltige Entwicklung die Aufgabe unserer heutigen Gesellschaft, damit die Chancen für alle Menschen gleich verteilt werden. Dabei geht es um Gerechtigkeit zwischen den Generationen und den verschiedenen Weltregionen, Nationen und Kulturen. Entwicklungen sind nachhaltig, wenn sie im weltweiten Maßstab umweltverträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig sind. Es können drei Dimensionen hierfür genannt werden:
  • Global denken, lokal handeln (Raumdimension),
  • eine lebenswerte Zukunft auch kommenden Generationen ermöglichen (Zeitdimension),
  • Interdependenzen zwischen Umwelt, Wirtschaft und sozialen Fragen betrachten (Inhaltsdimension).
  Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der UN mit ihren 169 Unterzielen sind ein hervorragend geeigneter Referenzrahmen für das Ziel, unsere (Welt-)Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten. Akteure nachhaltiger Entwicklung sind die Vereinten Nationen, Staaten, Regionen, Kommunen, das Bildungswesen (staatliche Ebene), Wirtschaft, Institutionen (z.B. Kultur), Verbände, Vereine, Initiativen, Medien, Einzelpersonen (gesellschaftliche Ebene). Gelingen wird nachhaltige Entwicklung nur im Rahmen eines Demokratisierungsprozesses innerhalb der Gesellschaft, also durch den konsequenten Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten, und hier spielt Bildung eine unverzichtbare Rolle. Insofern ist nachhaltige Entwicklung ein wichtiges Leitbild für alle Bildungsbereiche und die nachhaltige Gestaltung der Organisation der Bildungseinrichtungen selbst.
Antragsteller*innen: • Sigrid Beer, KV Paderborn • Manfred Beck, KV Gelsenkirchen • Patrick Brehm, KV Wuppertal • Claus Kreusch, KV Düsseldorf • Norbert Czerwinski, KV Düsseldorf • Arnold Evertz, KV Ennepe-Ruhr-Kreis • Gunter Gallasch, KV Siegburg (Rhein-Sieg-Kreis) • Ditte Gurack, KV Bochum • Uwe Gronert, KV Soest • Martina Köster-Flashar, KV Mettmann • Anja v. Marenholtz KV Rhein-Erft • Martina Lilla-Oblong, KV Gelsenkirchen • Silke Kierspel, KV Rhein-Sieg-Kreis • Klaus Kurtz, KV Düsseldorf • Peter Ruther, KV Köln • Christiane Schöttler, KV Bielefeld • Joachim Schollmeyer KV Rhein-Sieg-Kreis • Jutta Velte, KV Remscheid • Verena Verspohl, KV Hochsauerlandkreis • Iris Witt, KV Düsseldorf • Gudrun Zentis, KV Düren

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Änderungsanträge

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„NRW-Grüne machen sich stark für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als zentrales Thema im neuen Grundsatzprogramm der Partei“.

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